Nürnberg – Ein Film mit Identitätskriese – Film Review

Dieses Jahr im September jährt sich der Urteilsspruch bei den Nürnberger Prozessen zum 80. mal. Grund für Ressigeur James Vanderbilt das licht seiner Kamera auf die Ereignisse in und um diesen Prozess scheinen zu lassen. Was dabei Herauskam – nun ja

Wie ihr es Gewohnt seid einen Kurzen abriss über die Handlung des Filmes dieser beginnt am Tag der Kapitulation mit der Festnahme von Hermann Göring im Film gespielt durch Russel Crowe der sich einer Kompanie Amerikanischer Soldaten ergibt – dass dies nicht so ganz der Wahrheit entspricht ist eine der vielen, sagen wir mal Freiheiten, die sich der Film über seine Laufzeit erlaubt aber zurück zum Thema. Wir werden darauf Robert H. Jackson (Michael Shannon) dem späterem Hauptankläger der Vereinigten Staaten vorgestellt, der laut Film das Projekt vorantreibt, dass die Nazigrößen doch einen Prozess bräuchten (Auch hier Freiheiten). Bevor es aber zu diesem kommt treffen wir auf die Hauptfigur die uns durch diesen Film führen soll: Dr. Douglas Kelley (Rami Malek) einem Armeepsychater welcher den Befehl erhält die Nazigrößen zu untersuchen und ihre Zurechnungsfähigkeit festzustellen. Wir Folgen also dem Armeepsychater durch die Prozesse, wie dieser mit den Gefangenen Nazis Gespräche führt und diese durch die Prozesse begleitet und erleben die Prozesse und alles was darum geschieht durch seine Augen.

Ein starkes Richtungsproblem

Wie unschwer an der Überschrift zu erkennen ich habe meine Probleme mit diesem Film. – nicht nur, dass dieser sich starke Freiheiten bei einem Ernsten Thema nimmt sondern vor allem, dass weder eine klare Richtung noch eine eindeutige Botschaft in diesem enthalten sind. Fangen wir mal mit meinem Grundproblem an.

Dieses ist unsere Hauptfigur Kelley wird als Lebemann gezeichnet der witzt, zaubert und mit Frauen flirtet. Ist das Schlimm – nein das definitiv nicht. Das Problem ist eher wie viel Fokus darauf gelegt wird und alles aufgebaute mit der nächsten Szene direkt wieder eingerissen wird. Göring fragt Kelly dramatisch ob er glaubt zu höherem berufen zu sein – schnitt kelly macht dumme witze oder führt irgendjemand Zaubertricks vor; Kelly bekommt von einem der Nazis bei der Verkündung der Anklage eine gewischt – Schnitt Kelly macht einer Journalistin schöne augen. Warum das so ist – Keine ahnung aber mich persönlich stört es, dass der Film seine Drückenden oder Wirkmächtigen momente direkt mit einem blöden Witz wieder Kaputt machen muss der weder uns was über Kelly verrät noch dem Film irgendeinen Mehrwert gibt. Liebes Drehbuch Team das ist ein Film über einen Prozess gegen Jarhundert Verbrecher und nicht Marvels Superduper 23 wo sich Captian Hugendubel und Miss Superduper dumme Sprüche drücken um darüber hinwegzutäuschen, dass der Film nur Handlung für die hälte der Laufzeit hätte und das mit dummen Sprüchen und schlechten Witzen ausgleichen muss. Dass hatt dieser Film eigentlich nicht nötig vorallem nicht bei diesem Thema aber umso länger ich den Film sah desto ärger beschlich mich das Gefühl, dass der Film selber nicht weiß was sein Ziel ist und welche Emotionen er beim Zuschauer auslösen will.

Genauso wenig aber scheint dies unser Hauptcharakter zu wissen dessen Handlungen nicht nur Historisch Falsch sondern auch nicht Schlüssig zueinander sind. Erst eröffnet er uns, dass er ein Buch über die gefangenen Nazis schreiben will um Reich zu werden oder um sich einen Namen zu machen so ganz klar wird das nie. Beruft sich dann auf seinen Eid als Doktor und Psychater als er beim Prozess Schützenhilfe leisten soll, plaudert dann später aber mit einer Journalistin weil sie ihm schöne Augen macht. Fass sich dann aber nach diesem Fopas ein Herz nachdem ein Soldat Jüdischer Abstammung ihm ins Gewissen Redet doch den Hauptankläger zu unterstützen und Übergiebt diesem Großmütig die Notitzen für sein Buch nur um dieses Später dann doch zu schreiben. Auch hier wieder Liebes Autorenteam ich weiß nicht wo Ihr schreiben gelernt habt aber jede Trockene ZDF Info nachmittags Dokumentation über das reich vor Gericht ist in seiner Narrative schlüssiger als ihr.

Zu einem Zweifelhaft geschriebenen Charakter kommt, dass Rami Malek das wenige, dass er hat auch nicht gespielt bringt und ich mir immer nicht sicher bin ob ich jetzt einen Militärpsychologen vor mir habe oder gleich we will Rock You angestimmt wird aber das macht meine Probleme mit dem für Nürnberg erwählten Hauptcharakter definitiv nicht besser.

Ein „historisches“ Schmierentheater

Kommen wir zu dem Was der Film vermutlich sein will – wie gesagt sicher kann man sich da nicht sein. Wie gut ist er denn als Aufarbeitung der Geschehnisse um die Nürnberger Prozesse – wohlwollend gesagt ungenügend und da sind wir in einem weiteren der Probleme des Filmes.

Und zwar einenm Phänomen was sich mit dem Satz „Murica FUCK YEAH“ wohl am besten umschreiben lässt. Naja fangen wir mal ganz vorne an der Film will uns am seinem Anfang die Haupkriegsverbrecherprozesse als die Idee von Robert H. Jackson verkaufen der dafür sogar extra in den Vatikan reißt und für einen dummen Witz den Papst unter druck setzt um ihn als rechtschaffenen Amerikaner zu verkaufen. Das ist nicht nur komplett Falsch sondern lässt auch die Rolle aller anderen Alliierten Kräfte aus, die sich an diesem Projekt beteiligten welche entweder eine Randnotitz des Filmes sind oder wie die Armen Franzosen komplett unter den Tisch gekehrt werden. Das ganze findet dann meiner Ansicht nach seinen Höhepunkt als Gefängniskommandat Colonel Burton Andrews (John Slattery) nach der Freilassung von Görings Frau zu Kelly meint „wir sind die Guten“. Das war der Punkt an dem ich mir dachte „ja Wunderbar mehr kann man seine Agenda nicht auf den Punkt bringen“. Ist Nürnberg also nur ein Produkt Hollywoods zur Amerikanischen Selbstverherrlichung?

Auch aber das ist nicht sein Grundproblem. Zu aller erst ist Nürnberg ein Film der Bank machen soll. Deswegen wird so viel Glattgebügelt wie möglich und hier liegt wohl der sprichwörtliche Hund im Pfeffer Begraben. Denn das ist der Grund dafür warum Kelly sich durch den Film Witzelt und wir kaum eine klare Kante bekommen und das ist auch der Grund für mein Zweites Großes Problem mit dem Film.

Die Faszination am Bösen ist kein neues Phänomen und keines was mir als begeistertem 2. Welkriegs Dokumentationsschauer fremd wäre. Wir wollen Verstehen warum das Unvorstellbare passiert und sind genauso Schaulustig wie Kelly jeden der Top Nazis in diesem Film zu sehen. Das Stichwort wäre hier wohl Voyeurismus und der Film ist bereit zu liefern in einem Fokus auf Göring der sich gewaschen hat. Man muss Russel Crowe eines lassen, er Spielt Rami Maleks Kelly absolut an die Wand und geniest das Rampenlicht. Hier begeht der Film seine größte Sünde während im Film alle an der Gerichtsverhandlung beteiligten davon reden dem Reichsmarschall keine Bühne bieten zu dürfen so tut dies der Film sogar noch mit Handkuss. Göring tritt Selbstbewusst auf schert sich nicht um die Umstände ist nur ein wenig besorgt um seine Familie die sich auf einer Burg versteckt. Das die ganze Familien nummer frei erfunden ist wäre vielleicht noch Ertragbar wenn dies nicht dazu führen würde, dass HERRMANN GÖRING durch das hier Vermenschlicht wird ein Mann dem alles außer sich selbst egal war und der dafür Sprichwörtlich über Millionen von Leichen ging und das wird bei den anderen Top Nazis nicht oder nur wenig besser. Dramaturgische Freiheit in allen ehren aber irgendwo ist die Grenze des guten Geschmacks übertreten.

Und der Prozess?

Der kommt im Film viel zu kurz. Er verkommt sogar eher als Handlungskatalysator was diesem für das Internationale Recht Wegweisenden Prozess nicht annähernd Gerecht wird. Das in der Realität zähe Verhör Görings verkommt zum spannenden Schlagabtausch und alle weiteren Prozessszenen selbst die Vorführung der Originalaufnahmen aus den Konzentrationslagern dienen mehr dem schüren von Spannung zwischen Kelly und Göring als irgend etwas anderem. Dieser Prozess hätte mehr und besseres Verdient und sollte sich nach diesem Reinfall je wieder ein Regisseur an das Thema wagen so hoffe ich, dass dies mit Mehr Fingerspitzen Gefühl geschieht.

Was ist also Nürnberg? Wie im Titel zu erkennen ein Film mit identitätskriese. Für ein Historisches Drama wird zu viel Gewitzelt und Sprüche geklopft. Für eine Geschichtsstunde ist zu viel vom gezeigten Falsch und für Popcorn Kino ist das Thema zu schwer. Dieses kommt einem sowieso spätestens bei den KZ Originalaufnahmen leicht wieder hoch und man empört sich noch mehr der Geschmacklosigkeit. Die Letzte Botschaft die der Film uns Zuschauern Mitgeben will, dass wir aufpassen müssen weil die Nazis kein einmaliges Böse sondern Normale Menschen waren die für Macht über Leichen Gingen und wir aufpassen müssen denn wenn wieder so eine Ideologie kommt wird sie nicht mit Armbinden und Uniformen kommen ist zwar wichtig und richtig, aber leider nur ein schwaches Trostpflaster

Fazit

Bewertung: 2 von 5.

Ein Film der nicht weis was er sein will und dazu noch mit Anlauf in Jeden Fettbottich hüpft den er Finden kann und an seinen besten stellen nicht über Mittelmaß hinausgeht.

Mein Rat gebt die Zehn Euro für die Kino Karte lieber für ein Geschichtsbuch aus davon habt ihr mehr.

Über Jonas Holtz 42 Artikel
Gründer und Cheafredakteur von WFX-Creative. Seine Begeisterung für Filme, Spiele und Popkultur jeglicher art veranlasste ihn dieses Portal ins leben zu rufen.

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